Lutrell® Combi: Großversuch an Transitkühen

Wirkung von Lutrell® Combi in einem Großversuch an Transitkühen auf Milchleistung, Fruchtbarkeit und Gesundheit

Autor: Dr. Arnulf H. A. Tröscher

Konjugierte Linolsäure (CLA) ist eine natürlicherweise in Milch und Fleisch bzw. Fett von Wiederkäuern vorkommende Form der Linolsäure.

In zahlreichen Versuchen wurde bestätigt, dass CLA, in pansengeschützter Form an Kühe verabreicht, in der Lage ist, den Milchfettgehalt sehr zuverlässig zu senken. Bei niedrigen pH-Werten im Pansen machen auch die Mikroorganismen im Pansen aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren CLA. Dadurch erklärt sich der niedrige Milchfettgehalt bei Pansenazidosen.

Eine Senkung des Milchfettgehaltes geht einher mit einer Entlastung des Fettumsatzes und meistens auch mit einer Verbesserung der Energiebilanz, was einen positiven Effekt auf die Fruchtbarkeit vermuten lässt.

Diese Effekte sind nur mit großen Tierzahlen oder aber mit speziellen statistischen Verfahren aus Ergebnissen von mehreren kleinen Studien nachweisbar. Beides liegt in der Zwischenzeit vor: ein Großversuch mit 450 Tieren in 3 Gruppen und eine statistische Analyse (Metaanalyse) von 5 veröffentlichten kleinen Studien (De Veth et al., 2009).

Material und Methoden
450 frisch laktierende Kühe wurden, kurz vor Erreichen des Abkalbetermins, in 3 Gruppen aufgeteilt. Eine Kontrollgruppe erhielt die Standard TMR; eine der Versuchsgruppen erhielt Lutrell Combi ab 15 Tage vor dem Kalben bis zu 25 Tagen danach und die 3. Gruppe erhielt Lutrell Combi darüber hinaus bis zum 65. Tag nach dem Kalben. In der TMR war pansengeschütztes Fett vorhanden. Die Tagesdosis an Lutrell Combi war 150 g pro Tier. Die Milchmenge wurde täglich gemessen. Außerdem wurden die wichtigen Frucht-barkeitsparameter festgehalten: Besamungen pro Tier, Güstzeit und Kuhabgänge. Der Tagesmilch-Mess-Zeitraum betrug über 200 Tage.

1. Ergebnisse: Milchleistung und Fruchtbarkeit
Die Lutrell Combi-Tiere erreichten ein Milchleistungs-Niveau, das significant ca. 4 kg über der Kontrollgruppe lag (Abb. 1).

Abb. 1: Milchleistung in den ersten 200 Tagen mit Lutrell Combi

Diagramm 1
 
Auch zur Fruchtbarkeit (Abb. 2) wurden positive Ergebnisse berichtet. 50% der Tiere der Kontrollgruppe waren erst nach 171 Tagen tragend, während in den Lutrell- Gruppen diese Quote bereits nach 140 bzw. nach 115 Tagen erreicht war. D.h. die Güstzeit war durch Lutrell Combi um 57 bzw. 31 Tage reduziert worden. Nach Abschluss der Fruchtbarkeits-beobachtungen (ca. 350 Tage) waren annähernd 90% der Kühe tragend aber nur 74% der Kontrolltiere.

Abb. 2: Wann waren 50% der Kühe tragend?

Diagramm 2
 
2. Ergebnisse: „Wohlbefinden“
Die schlechte Fruchtbarkeit geht gerade in der Zeit um die Abkalbung mit zahlreichen Krankheitssymptomen einher, die nicht selten zum frühen Abgang der Tiere führen. Hier sind besonders subklinische Ketose, Fettleber, Festliegen, Labmagenverlagerung, Lahmheit, Nachgeburtsverhalten, Gelbkörper- und Eierstockzysten und Immundepression zu nennen. Letztere führt dazu, dass die Tiere leichter an Mastitis, Metritis und anderen schwerwiegenden Infektionen erkranken. Besonders unspezifische Todesfälle sowie Mastitiden unmittelbar nach dem Kalben sind Ursachen für frühzeitige Abgänge. Dagegen wird Unfruchtbarkeit erst nach einem längeren Zeitraum zum Grund für das Ausscheiden aus der Herde. Natürlich versucht man zuvor, mit Hilfe moderner Gynäkologie, die Tiere tragend zu bekommen.

Abb. 3: Gründe und Zeitpunkte für das Ausscheiden von Milchkühen

Diagramm 3


Untersuchung an 2200 Herden.
Unspezifische Todesfälle häufen sich zwischen 3 Wochen vor dem Kalben und 10 Wochen danach.
In der gleichen Periode treten gehäuft Verletzungen auf.
Mastitis kommt gehäuft in der ersten Laktationshälfte vor.
In dem oben bereits beschriebenen Versuch hatte man auch verfolgt, ob und wann Tiere aus der Herde entfernt werden mussten d.h. gemerzt wurden. Die Gründe entsprechen im Wesentlichen jenen wie sie aus den USA oben berichtet und in Abb von Dechow und Goodling aufgeführt sind. Aus Abb. 7 wird nicht nur deutlich, dass in der Kontrollgruppe doppelt soviel Tiere wie in den beiden Lutrell Combi-Gruppen ausgefallen sind, sondern auch, daß die Tiere aus den Lutrell-Gruppen in den ersten 60 Tagen keinerlei Ausfälle zeigten.

Abb. 4: Verluste während der Laktation

Diagramm 4
 
Schlußfolgerung
Lutrell Combi, verabreicht in der Zeit der Transitphase (2 - 3 Wochen a.p. bis 4 – 7 Wochen p.p.), unterstützt die Milchkuh dabei, den Streß der negativen Energiebilanz und der Körperfettmobilisierung zu überwinden. Lutrell Combi führt zu einer höheren Milchleistung verbunden mit einer Verbesserung des Wohlbefindens und der Reproduktionsleistung. Zusammen entsteht ein wirtschaftliches Potential, das z.B. in dem Großversuch den Reingewinn pro Kuh und Jahr um bis zu 300 € erhöhte.

Dechow, C.D. and R.C. Goodling. 2008. Mortality, culling by sixty days in milk and production profiles in high- and low- survival Pennsylvania herds. J. Dairy Sci. 91:4630-4639.

De Veth, M.J., D.E. Bauman, W. Koch, G.E. Mann, A.M. Pfeiffer, and W.R. Butler 2009: Efficacy of conjugated linoleic acid for improving reproduction: A multi-study analysis in early-lactation dairy cows. J. Dairy Sci. 92:2662-2669